Anubias Barteri ist eine der robustesten Aquarienpflanzen überhaupt – sie kommt mit wenig Licht aus, braucht kein CO₂ und überlebt selbst in Becken, in denen kaum etwas anderes gedeiht. Die Pflanze stammt aus Westafrika und wächst dort auf Steinen und Baumwurzeln in schattigen Fließgewässern. Im Aquarium eignet sie sich besonders für Einsteiger, die eine pflegeleichte Pflanze suchen, die trotzdem gut aussieht. Wichtig zu wissen: Das Rhizom darf nicht in den Bodengrund eingegraben werden – das ist der häufigste Fehler, den Anfänger machen.
Herkunft und Eigenschaften
Anubias barteri var. barteri wurde nach dem britischen Pflanzensammler Charles Barter benannt und gehört zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Westafrika – konkret in Guinea, Kamerun und dem Südosten Nigerias. Dort wächst sie in und an schattigen, schnell fließenden Flüssen und Bächen, fest verankert auf Steinen oder Baumstämmen. Sie lebt meist emers oder halb-emers, seltener komplett unter Wasser.
Im Aquarium ist die Nominatvarietät barteri die am häufigsten angebotene Großform innerhalb der Anubias-barteri-Gruppe. Sie erreicht eine Höhe und Breite von jeweils 25–40 cm und besitzt ovale, leicht herzförmige, dunkel- bis mittelgrüne Blätter mit lederartiger Oberfläche. Genau diese Blattstruktur macht sie barschfest – Cichliden und andere grabbende Fische können ihr kaum etwas anhaben. Im Handel ist sie auch als „Breitblättriges Speerblatt“ bekannt.
Gegenüber der deutlich kleineren Anubias barteri var. nana unterscheidet sich die Nominalform vor allem durch längere Blattstiele und die deutlich größere Wuchshöhe. Außerdem neigt var. barteri dazu, mit dem Rhizom nach oben statt horizontal am Substrat entlang zu wachsen – ein Merkmal, das bei der Befestigung zu berücksichtigen ist.
Anubias Barteri richtig einsetzen
Standort im Becken
Wegen ihrer Wuchsgröße von bis zu 40 cm ist Anubias Barteri für den Mittel- oder Hintergrund geeignet. In kleineren Becken unter 100 Liter kann sie schnell raumgreifend wirken; dort bietet sich eher die Zwergform var. nana an. Die Pflanze bevorzugt einen schattigen bis halbschattigen Platz – direktes, intensives Licht fördert Algenbefall auf den langlebigen Blättern. Gut funktioniert sie als Akzentpflanze auf Wurzeln oder Steinen, gerne auch im Schatten dichter Stängelpflanzen oder unter überhängenden Dekorationselementen.
Für Einsteiger-Aquarien ist sie eine der empfehlenswertesten Pflanzen überhaupt: kein Spezialsubstrat nötig, keine aufwändige Beleuchtung, keine CO₂-Anlage. Sie verträgt breite Wasserwert-Schwankungen und kommt mit dem zurecht, was die meisten Leitungswässer in Deutschland bieten.
Einpflanzen oder treiben lassen oder aufbinden?
Anubias Barteri ist eine Aufsitzerpflanze – sie braucht keinen Bodengrund. Das Rhizom, also der verdickte Kriechspross, aus dem Blätter und Wurzeln wachsen, darf unter keinen Umständen eingegraben werden. Liegt es unter dem Substrat, fault es innerhalb weniger Wochen, und die Pflanze stirbt ab.
Die drei gängigen Methoden zur Platzierung im Aquarium:
- Aufbinden: Mit Angelschnur oder Pflanzenbindedraht an einem Stein oder einer Wurzel fixieren. Nach wenigen Wochen haften die Wurzeln von selbst, die Schnur kann dann entfernt werden.
- Aufkleben: Mit ungiftigem Aquarienkleber (Sekundenkleber auf Cyanacrylatbasis) lässt sich das Rhizom direkt auf Stein oder Wurzel setzen – schnell und dauerhaft.
- Im Bodengrund stellen: Möglich, aber nur so, dass das Rhizom vollständig über dem Substrat bleibt. Die Wurzeln können in den Boden wachsen, das Rhizom selbst muss frei bleiben.
Treibenlassen ist keine sinnvolle Dauerlösung – ohne Befestigung nimmt die Pflanze keinen Halt an und wächst nicht optimal. Frisch gekaufte Pflanzen direkt beim Einsetzen befestigen.
Pflege und Wasserwerte
Licht und Wachstum
Anubias Barteri wächst langsam – im Schnitt ein bis zwei neue Blätter pro Monat. Das ist artbedingt und lässt sich nur begrenzt beschleunigen. Grundsätzlich reicht schwaches bis mittleres Licht vollkommen aus, damit die Pflanze gesund bleibt. Wer aber das volle Potenzial von var. barteri sehen will – kräftige, großflächige Blätter und satteres Grün – sollte ihr mittleres bis stärkeres Licht gönnen. Unter besserer Beleuchtung und mit CO₂-Düngung wächst sie spürbar schneller und zeigt, was in der großen Nominatform steckt. Das ist kein Muss, aber der Unterschied ist sichtbar.
Wichtig: Je mehr Licht, desto höher die Algengefahr auf den Blättern. Weil Anubias so langsam wächst, kann sie aufkeimende Algen nicht durch schnelles Blattwachstum „überholen“. Schattigere Plätze und eine gute Wasserströmung helfen, Algenbefall zu minimieren. Starke Strömung wirkt besonders wirksam gegen grüne Punktalgen.
Dünger und CO₂
CO₂ ist nicht notwendig. Die Pflanze kommt mit dem im Wasser gelösten CO₂ aus, das durch Belüftung und Fischbesatz entsteht. Eine CO₂-Anlage verbessert das Wachstum, ist aber kein Pflichtbestandteil.
Beim Dünger lohnt sich vor allem ein flüssiger Eisendünger. Anubias neigen bei Eisenmangel zu verblassenden Blättern – das satte Dunkelgrün geht verloren, die Blätter werden gelblich-blass. Ein wöchentlicher Flüssigdünger mit ausreichend Eisen (Zielwert: 0,1–0,5 mg/l) reicht in den meisten Fällen aus. Wer ein gut eingefahrenes Becken mit regelmäßigem Wasserwechsel führt, braucht oft gar keinen Zusatzdünger – die Nährstoffe aus dem Fischbesatz genügen.
Einen Überblick über alle Pflegemaßnahmen im Aquarium liefert unser Aquarium-Pflegeplan.
Wasserwerte
Anubias Barteri ist bei den Wasserwerten sehr tolerant. Die folgende Tabelle zeigt Optimalwerte und Toleranzgrenzen:
| Parameter | Optimalwert | Toleranzbereich |
|---|---|---|
| Temperatur | 22–26 °C | 12–30 °C |
| pH-Wert | 6,5–7,5 | 5,0–8,0 |
| Karbonathärte (KH) | 3–10 °dKH | 0–15 °dKH |
| CO₂ | 15–25 mg/l | 5–40 mg/l |
| Nitrat (NO₃⁻) | 10–25 mg/l | 10–50 mg/l |
| Phosphat (PO₄³⁻) | 0,5–2 mg/l | 0,1–3 mg/l |
| Kalium (K⁺) | 5–15 mg/l | 5–30 mg/l |
| Eisen (Fe) | 0,1–0,3 mg/l | 0,01–0,5 mg/l |
Wer ein neues Aquarium betreibt, sollte wissen: Während der Einlaufphase schwanken Nitrit- und Nitrat-Werte stark. Anubias Barteri übersteht diese Phase gut, weil sie sehr unempfindlich gegenüber schwankenden Wasserwerten ist. Beim Nitritpeak sollte man trotzdem auf die Blätter achten – gelbliche Verfärbungen können ein Hinweis auf Stress sein.
Anubias Barteri Sorten im Überblick
Unter dem Namen „Anubias barteri“ werden im Handel mehrere Varietäten verkauft, die sich in Größe und Blattform unterscheiden. Für Einsteiger ist es hilfreich, die wichtigsten zu kennen:
- Anubias barteri var. barteri (Breitblättriges Speerblatt): Die Nominatform – die größte der barteri-Varietäten mit 25–40 cm Höhe. Oval-herzförmige Blätter, mittel- bis dunkelgrün. Für Mittel- und Hintergrund in größeren Aquarien.
- Anubias barteri var. nana (Zwergspeerblatt): Die beliebteste Aquarienform überhaupt. Bleibt mit 5–10 cm deutlich kleiner, eignet sich für Vorder- und Mittelgrund in Becken jeder Größe. Gleiche Pflegeansprüche wie var. barteri.
- Anubias barteri var. coffeifolia (Kaffeeblättriges Speerblatt): Mittlere Größe, charakteristisch gewellte Blätter mit brauner Aderung bei Jungtrieben. Dekorativer, aber gleich pflegeleicht.
- Anubias barteri var. angustifolia (Schmalblättriges Speerblatt): Schmalere, lanzettenförmige Blätter. Wirkt filigraner als die Nominatform, wächst ähnlich langsam.
Alle genannten Varietäten teilen dieselben Pflegegrundsätze: kein Rhizom eingraben, wenig bis mittleres Licht, kein CO₂ erforderlich. Ein ähnlich robuster und pflegeleichter Begleiter für schattigen Bewuchs auf Hardscape ist der Javafarn, der sich gut mit Anubias kombinieren lässt.
Vermehrung
Anubias Barteri vermehrt sich über Rhizomteilung. Das Rhizom ist der verdickte, wurzelartige Spross, an dem Blätter und Wurzeln entspringen. Um die Pflanze zu teilen, schneidet man das Rhizom mit einem sauberen, scharfen Messer oder einer Schere durch. Wichtig: Jeder Abschnitt muss mindestens drei Blätter tragen, damit er eigenständig weiterwachsen kann. Zu kleine Teilstücke mit nur einem oder zwei Blättern erholen sich oft nicht.
Besonders geeignet zum Teilen sind Stellen, an denen das Rhizom bereits sichtbare Seitentriebe oder Verzweigungen ausbildet – dort ist neues Wachstum am wahrscheinlichsten. Den abgetrennten Abschnitt danach sofort an einem neuen Standort befestigen, damit er Halt bekommt und nicht im Becken treibt.
Anubias Barteri kann außerdem unter Wasser blühen. Die Blüten ähneln denen eines Aronstabs – ein kleiner weißer Kolben, umhüllt von einem hellen Hochblatt. Samen bildet sie im Aquarium selten aus, weshalb die Rhizomteilung die einzig praktikable Vermehrungsmethode bleibt.
Häufige Fehler
- Rhizom eingegraben: Der klassische Anfängerfehler. Das Rhizom fault im Substrat innerhalb weniger Wochen. Lösung: Pflanze herausnehmen, faulende Stellen mit einem Messer wegschneiden, gesunden Rest an einem Stein oder einer Wurzel befestigen.
- Zu viel Licht: Intensive Beleuchtung fördert Algenbelag auf den Blättern – vor allem grüne Punktalgen und Bartalgen. Da Anubias langsam wächst, kann sie die Algen nicht durch Blattwachstum verdrängen. Pflanze an einen schattigeren Platz setzen oder Beleuchtungsdauer kürzen.
- Algenbewuchs auf den Blättern: Bereits befallene Blätter werden nicht wieder sauber. Sie einfach abschneiden – die Pflanze bildet neue Blätter nach. Gleichzeitig die Ursache beheben (Licht, Nährstoffungleichgewicht, zu wenig Strömung).
- Eisenmangel: Erkennbar an gelblich-blassen Blättern, obwohl die Pflanze ansonsten gesund wirkt. Einen flüssigen Eisendünger zugeben und regelmäßige Wasserwechsel durchführen.
- Zu wenig Phosphat: Klingt paradox, aber niedrige Phosphatwerte begünstigen ausgerechnet Punktalgen auf den Blättern. Ein Phosphatwert von rund 1–2 mg/l hilft, Punktalgenbefall zu reduzieren und fördert nebenbei die Blütenbildung.
- Becken zu klein: Var. barteri wird bis zu 40 cm groß. In einem 54-Liter-Becken wirkt sie schnell überdimensioniert. Für kleine Aquarien lieber zu var. nana greifen.
Anubias Barteri kaufen
Beim Kauf auf kräftige, dunkelgrüne Blätter ohne Algenbelag achten. Das Rhizom sollte fest und hellgrün bis bräunlich sein – weiche oder schwärzliche Stellen deuten auf Fäulnis hin. Im Handel ist Anubias Barteri sowohl als Topf- als auch als In-vitro-Pflanze erhältlich; letztere ist schneckenfrei und pestizidfrei, was besonders für Garnelenbecken wichtig ist.
Fazit
Anubias Barteri ist eine der unkompliziertesten Aquarienpflanzen, die es gibt – kein CO₂, kein Spezialsubstrat, keine anspruchsvolle Beleuchtung notwendig. Wer die eine Grundregel beherzigt – Rhizom nicht eingraben – und die Pflanze an einen halbschattigen Platz setzt, hat jahrelang Freude daran. Das langsame Wachstum ist keine Schwäche, sondern ein Vorteil: wenig Pflegeaufwand, kaum Rückschnitt. Die lederartige Blattoberfläche macht sie außerdem zur ersten Wahl für Becken mit Cichliden oder anderen grabenden Fischen. Als Aufsitzerpflanze auf Wurzeln und Steinen bringt sie Struktur ins Aquarium, ohne einen Zentimeter Bodengrund zu beanspruchen.
FAQ
Kann man Anubias Barteri in den Bodengrund einpflanzen?
Nein – das Rhizom darf nicht im Substrat vergraben werden, da es sonst fault und die Pflanze abstirbt. Befestige Anubias Barteri stattdessen mit Schnur oder Kleber an einem Stein oder einer Wurzel. Nur die feinen Wurzeln dürfen in den Boden wachsen, das Rhizom selbst muss frei bleiben.
Wie schnell wächst Anubias Barteri?
Sehr langsam – im Durchschnitt ein bis zwei neue Blätter pro Monat. Das ist artbedingt und vollkommen normal. Mit CO₂-Düngung und stärkerem Licht lässt sich das Wachstum etwas steigern, bleibt aber im Vergleich zu anderen Aquarienpflanzen gering.
Warum hat meine Anubias Barteri Algen auf den Blättern?
Der häufigste Grund ist zu viel Licht bei gleichzeitig geringen Nährstoffen. Setze die Pflanze an einen schattigeren Standort, sorge für ausreichend Strömung und achte auf einen Phosphatwert von 1–2 mg/l im Wasser. Bereits befallene Blätter lassen sich nicht reinigen – einfach abschneiden, damit neue nachwachsen.
Braucht Anubias Barteri CO₂?
Nein, CO₂ ist nicht notwendig. Die Pflanze gedeiht auch ohne zusätzliche CO₂-Versorgung. Mit CO₂-Anlage wächst sie etwas schneller und bildet größere Blätter, aber für eine gesunde Pflanze ist das kein Muss.
Wie vermehrt man Anubias Barteri?
Durch Rhizomteilung: Das Rhizom mit einem sauberen, scharfen Messer durchtrennen. Jeder Teilabschnitt muss mindestens drei Blätter tragen, damit er eigenständig weiterwächst. Den neuen Ableger sofort an einem Stein oder einer Wurzel befestigen.




