Eine gesunde CO₂-Versorgung ist das Herzstück eines gut laufenden Pflanzenaquariums. Der CO₂-Dauertest zeigt mit seiner Farbe, ob die Konzentration im Wasser stimmt – grün bedeutet optimal, blau zu wenig, gelb zu viel. Doch was, wenn der Test einfach nicht grün wird, obwohl du Blasen zählst, am Diffusor drehst und alles scheinbar korrekt läuft?
Hier erfährst du Schritt für Schritt, woran es liegen kann – und wie du deinen CO₂-Wert richtig einstellst.
🌈 Was zeigt der CO₂-Dauertest eigentlich an?
Der CO₂-Dauertest (oder Drop Checker) funktioniert über eine chemische Reaktion. Im Inneren befindet sich eine Indikatorflüssigkeit, die über die Luft im Test mit dem Aquariumwasser in Kontakt steht. Je nachdem, wie viel CO₂ im Wasser gelöst ist, ändert sich der pH-Wert dieser Flüssigkeit – und damit ihre Farbe:
- Blau: zu wenig CO₂ (unter 15 mg/l)
- Grün: idealer Bereich (ca. 20–30 mg/l)
- Gelb: zu viel CO₂ (über 40 mg/l)
Diese Anzeige hinkt dem tatsächlichen Zustand im Aquarium immer etwa 2–3 Stunden hinterher, da die Reaktion träge ist. Das ist wichtig, wenn du die Blasenzahl anpasst – Geduld ist hier der Schlüssel.
🧪 Wenn der Test blau bleibt: Zu wenig CO₂
Ein dauerhaft blauer Dauertest zeigt, dass nicht genug CO₂ im Wasser gelöst ist. Typische Ursachen:
1. Zu wenig Blasen pro Sekunde
Oft ist die einfachste Erklärung auch die richtige. Wenn du nur 10 Blasen pro Minute zählst, wird dein Becken kaum genug CO₂ aufnehmen. Steigere die Zufuhr langsam: alle 2 Tage um etwa 10–15 %. Warte immer einen Tag, bevor du erneut nachjustierst.
2. Undichter CO₂-Schlauch oder Rückschlagventil
Überprüfe alle Verbindungen mit etwas Seifenwasser: bilden sich Blasen, ist irgendwo ein Leck. Besonders bei Schnellverbindern oder älteren Silikonschläuchen kann das vorkommen.
3. Verschmutzter Diffusor
Ein veralgter oder verkalkter Diffusor bläst kaum noch feine CO₂-Blasen. Lege ihn über Nacht in verdünnte Zitronensäure (1:10 mit Wasser) und spüle ihn gründlich aus. So arbeitet er wieder effizient.
4. Zu starke Oberflächenbewegung
Filterauslässe, Strömungspumpen oder Luftausströmer treiben CO₂ aus dem Wasser. Wenn die Oberfläche stark kräuselt, senke den Auslass oder drossele den Durchfluss leicht.
☣️ Wenn der Test gelb wird: Zu viel CO₂
Ein gelber Test bedeutet, dass sich zu viel Kohlendioxid im Wasser befindet – das kann schnell gefährlich werden.
Anzeichen: Fische atmen hektisch an der Oberfläche, Garnelen werden apathisch oder liegen regungslos auf dem Boden.
1. Blasenzahl zu hoch
Gerade bei neuen Anlagen wird oft „auf Verdacht“ zu viel CO₂ zugeführt. Reduziere die Blasenzahl um 20–30 % und beobachte, ob der Test nach einigen Stunden grünlich wird.
Ein guter Richtwert: 1 Blase pro 10 Liter Aquarienvolumen – das variiert je nach Becken und Diffusor.
2. Schlechte Durchströmung
Selbst bei korrekter Menge kann CO₂ sich ungleichmäßig verteilen. Pflanzen in toten Ecken leiden dann, während andere Bereiche überversorgt sind.
Nutze die Strömung des Filters gezielt, um das Gas im gesamten Becken zu verteilen. Eine feine Oberflächenströmung reicht meist aus.
3. Licht-Zeit-Koordination
CO₂ sollte nur während der Beleuchtungszeit zugeführt werden – Pflanzen können es nur dann aufnehmen. Mit einer Zeitschaltuhr oder Magnetventil-Steuerung lässt sich das perfekt synchronisieren: CO₂-Zufuhr 30 Minuten vor Lichtbeginn starten und 30 Minuten vor Lichtende stoppen.
🧴 Wenn der Test gar nicht reagiert
Manchmal bleibt der Test blass oder zeigt gar keine klare Farbe. Dann liegt das Problem oft nicht im Aquarium, sondern im Dauertest selbst:
- Falsche oder alte Testflüssigkeit:
Verwende ausschließlich KH 4-gepufferte Testlösung. Selbst gemischtes Aquariumwasser verfälscht das Ergebnis. - Verschmutzung im Test:
Rückstände, Algen oder Luftblasen im Indikator verfälschen die Farbe. Reinige ihn regelmäßig mit warmem Wasser. - Falsche Position:
Der Test sollte in mittlerer Höhe, aber nicht direkt im Filterstrom hängen – sonst misst er zu schnell wechselnde Werte.
⚙️ Schritt-für-Schritt-Vorgehen, wenn dein Test nicht grün wird
- Diffusor prüfen und ggf. reinigen.
- Leitungen und Ventile auf Dichtheit kontrollieren.
- Blasenzahl leicht erhöhen oder reduzieren.
- Nach 3 Stunden Farbe prüfen.
- Testflüssigkeit austauschen, wenn unklar.
- Strömung optimieren, Oberfläche beruhigen.
So näherst du dich schrittweise dem Idealwert, ohne deine Tiere zu gefährden.
Fazit:
Ein nicht grüner CO₂-Dauertest ist kein Grund zur Panik – aber ein Signal, dass etwas im Gleichgewicht deines Beckens nicht stimmt. Mit etwas Geduld, Beobachtung und systematischem Vorgehen bekommst du die CO₂-Versorgung schnell wieder in den optimalen Bereich – für sattgrüne Pflanzen, gesundes Wachstum und stabile Wasserwerte.


