Viele Aquarienprobleme entstehen nicht durch Technik, sondern durch falsches Futter. Zu viel, falsche Futterformen oder ungeeignete Inhaltsstoffe belasten Wasserwerte und Fische gleichermaĂen. In diesem Artikel erfĂ€hrst du, welches Futter fĂŒr Aquarienfische sinnvoll ist, wie oft gefĂŒttert werden sollte und welche Fehler du unbedingt vermeiden musst. Klar, praxisnah und ohne Umwege.
Gerade fĂŒr Einsteiger ist die richtige FĂŒtterung von Aquarienfischen eines der wichtigsten Themen. Die Auswahl im Handel ist groĂ, die Unterschiede aber oft unklar. Dabei beeinflusst das Futter direkt Gesundheit, Farben, Wachstum und Lebenserwartung deiner Fische.
1. Grundregeln der FischfĂŒtterung
- Weniger ist mehr: ĂberfĂŒtterung ist eine der hĂ€ufigsten Ursachen fĂŒr schlechte Wasserwerte (Nitrit, Nitrat).
- Nur so viel fĂŒttern, wie innerhalb von 1â2 Minuten gefressen wird.
- Kein echtes SĂ€ttigungsgefĂŒhl: Viele Aquarienfische fressen weiter, solange Futter vorhanden ist â auch wenn es ihnen schadet.
- Abwechslung ist wichtig: Unterschiedliche Futtersorten liefern verschiedene NĂ€hrstoffe.
- Futterreste entfernen: Nicht gefressenes Futter verschlechtert die WasserqualitÀt.
đ Tipp: Mit unserem Aqualizer kannst du prĂŒfen, ob ĂberfĂŒtterung deine Wasserwerte messbar beeinflusst.
Wichtig: Bettelverhalten ist kein Hunger. Wenn Fische an die Scheibe schwimmen, reagieren sie auf Bewegung â nicht auf einen tatsĂ€chlichen Nahrungsbedarf. Nachgeben fĂŒhrt langfristig zu Problemen.
Warum Futterreste unbedingt entfernt werden mĂŒssen
Nicht gefressenes Futter sollte immer entfernt werden. Bleibt es im Aquarium, zersetzt es sich und belastet das Wasser deutlich schneller als viele AnfÀnger erwarten.
- Futter zerfÀllt zu organischem Abfall
- Nitrit- und Nitratwerte steigen
- Algenwachstum wird begĂŒnstigt
- Fische und Wirbellose werden geschwÀcht
Besonders kritisch sind Flockenreste, Frostfutter und GemĂŒse, da sie sich schnell zersetzen. Bleibt Futter lĂ€nger als wenige Minuten unbeachtet, ist das ein klares Zeichen fĂŒr ĂberfĂŒtterung.
2. Futtersorten im Ăberblick
2.1 Flockenfutter
- BewĂ€hrter Klassiker fĂŒr Einsteiger
- Schwimmt an der OberflĂ€che â geeignet fĂŒr oberflĂ€chennahe Fische (z. B. Guppys, SchwerttrĂ€ger)
- Vorteile: gĂŒnstig, einfach zu dosieren
- Nachteile: verliert schnell NĂ€hrstoffe, sinkt unkontrolliert ab
Flockenfutter hat einen schlechten Ruf â nicht völlig zu Unrecht. Das Problem ist nicht die Futterform an sich, sondern der unsachgemĂ€Ăe Einsatz.
- Viele Flocken zerfallen schnell und verteilen sich unkontrolliert im Becken.
- NÀhrstoffe lösen sich rasch im Wasser, bevor sie gefressen werden.
- Billige Produkte enthalten oft viel Getreide, wenig verwertbares Protein.
- Bodenfische gehen leer aus, da das Futter an der OberflÀche bleibt.
Flockenfutter ist also nicht grundsĂ€tzlich schlecht, aber ungeeignet als alleiniges Futter. In Kombination mit Granulat, Tabs oder Frostfutter ist es fĂŒr viele Gesellschaftsbecken problemlos nutzbar.
đĄ Empfehlenswert: TetraMin Hauptfutter
2.2 Granulatfutter
- Sinkt langsam â ideal fĂŒr Mittel- und Bodenfische (z. B. Neons, Panzerwelse)
- Bleibt lÀnger formstabil und nÀhrstoffreich
- In verschiedenen KorngröĂen erhĂ€ltlich
đĄ Empfehlung: JBL PRONOVO
2.3 Tabletten- & Wels-Chips
- Speziell fĂŒr Bodenfische, Welse und nachtaktive Arten
- Sinken direkt ab und lösen sich langsam auf
- Verhindern, dass Bodenbewohner zu kurz kommen
đĄ Beispiel: Sera Wels-Chips
2.4 Frost- und Lebendfutter
- Sorgt fĂŒr Abwechslung und fördert natĂŒrliches Fressverhalten
- Typische Sorten: Artemia, MĂŒckenlarven, Daphnien
- Frostfutter ist leicht verfĂŒgbar, Lebendfutter meist nur im Fachhandel
â ïž Frostfutter immer auftauen und spĂŒlen â minderwertige QualitĂ€t kann Krankheiten fördern.
2.5 Spezielles Futter
- Spirulina & AlgenblĂ€tter fĂŒr pflanzenfressende Fische und Garnelen
- Aufzuchtfutter fĂŒr Jungfische
- Futtersticks fĂŒr gröĂere Arten wie Skalare oder Buntbarsche
GemĂŒse im Aquarium â ja oder nein?
Bestimmte GemĂŒsesorten sind eine sinnvolle ErgĂ€nzung fĂŒr pflanzenfressende Fische, Welse und Garnelen. Sie ersetzen jedoch kein vollwertiges Fischfutter.
- Geeignet: Zucchini, Gurke, Spinat, Brokkoli
- Vorbereitung: kurz ĂŒberbrĂŒhen oder blanchieren
- Menge: kleine StĂŒcke, nach 6â12 Stunden entfernen
- Nicht geeignet: stark gewĂŒrztes, gesalzenes oder rohes hartes GemĂŒse
GemĂŒse liefert Ballaststoffe und fördert die Verdauung, enthĂ€lt aber nicht alle notwendigen NĂ€hrstoffe. Es sollte daher nur ergĂ€nzend gefĂŒttert werden.
GĂŒnstiges vs. teures Fischfutter
Der Preis allein macht kein gutes Fischfutter â aber er ist oft ein Hinweis auf die Zusammensetzung. Der entscheidende Unterschied liegt in den Inhaltsstoffen.
| GĂŒnstiges Futter | Hochwertiges Futter |
|---|---|
| Hoher Getreideanteil | Höherer Fisch- & Proteinanteil |
| Unklare Deklaration | Transparente Inhaltsstoffe |
| Mehr Ausscheidungen | Bessere Verwertung |
| Belastet Wasser schneller | Stabilere Wasserwerte |
Fazit: Teurer heiĂt nicht automatisch besser, aber sehr billiges Futter fĂŒhrt hĂ€ufiger zu Wasserproblemen. Ein solides Mittelklasse-Futter ist fĂŒr die meisten Aquarien völlig ausreichend.
3. Wie oft soll ich fĂŒttern?
- Erwachsene Fische: 1à tÀglich reicht in den meisten FÀllen
- Jungfische: mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag
- Ein Fastentag pro Woche entlastet Verdauung und Wasserwerte
Beispiel-Futterplan fĂŒr ein Gesellschaftsbecken
Der folgende Plan eignet sich fĂŒr typische Gesellschaftsbecken mit Salmlern, LebendgebĂ€renden, Welsen und ggf. Garnelen:
| Tag | Futter |
|---|---|
| Montag | Granulatfutter |
| Dienstag | Flockenfutter + Wels-Tablette |
| Mittwoch | Frostfutter (z. B. Artemia) |
| Donnerstag | Granulatfutter |
| Freitag | Flockenfutter |
| Samstag | Frostfutter oder Spezialfutter |
| Sonntag | Fastentag |
Der Plan ist bewusst einfach gehalten und lÀsst sich je nach Fischarten problemlos anpassen.
Mehrmals tĂ€glich in kleinen Portionen fĂŒttern â sinnvoll?
Die Empfehlung, Aquarienfische mehrmals tĂ€glich in kleinen Portionen zu fĂŒttern, stammt aus der Zucht und Aufzucht â nicht aus der normalen Aquarienpraxis.
- Sinnvoll bei: Jungfischen, Aufzuchtbecken, sehr aktiven Arten
- Nicht nötig bei: normalen Gesellschaftsbecken mit adulten Fischen
- Risiko: Höhere Belastung der Wasserwerte bei falscher Dosierung
FĂŒr die meisten Aquarien gilt: Einmal tĂ€glich fĂŒttern reicht völlig aus. Wer öfter fĂŒttert, muss Menge und Wasserwerte konsequent im Blick behalten.
4. HĂ€ufige FĂŒtterungsfehler
- â Zu viel Futter â schlechte Wasserwerte, Algenprobleme
- â Immer dieselbe Futtersorte â Mangelerscheinungen
- â AusschlieĂlich Trockenfutter â höhere KrankheitsanfĂ€lligkeit
- â FĂŒttern aus Gewohnheit oder Langeweile
5. Tipps fĂŒr Einsteiger
- Kaufe lieber kleine Packungen, da Futter mit der Zeit an QualitÀt verliert.
- Trocken, dunkel und luftdicht lagern.
- Kombiniere Hauptfutter mit gelegentlichem Frostfutter.
- Beobachte deine Fische â ihr Verhalten zeigt, ob das Futter passt.
So entfernst du Futterreste effektiv und stressfrei:
- GroĂe Reste mit einer Futterpipette oder einem Schlauch absaugen
- GemĂŒse nach spĂ€testens 6â12 Stunden entfernen
- Bodenbereiche regelmĂ€Ăig beim Wasserwechsel reinigen
- Lieber einmal zu wenig als zu viel fĂŒttern
6. NĂŒtzliche Ressourcen
Fische fĂŒttern im Urlaub â was ist sinnvoll?
Ein hĂ€ufiger Fehler: Im Urlaub wird âauf Nummer sicherâ gefĂŒttert. Das ist meist genau falsch. Gesunde Aquarienfische kommen problemlos mehrere Tage ohne Futter aus.
Wichtig: ĂberfĂŒtterung im Urlaub fĂŒhrt hĂ€ufig zu massiven Wasserproblemen â nicht zu Hunger.
- Bis 3 Tage: Gar nicht fĂŒttern â völlig unproblematisch
- 4â7 Tage: Ebenfalls kein Futter nötig bei gesunden adulten Fischen
- Ăber 7 Tage: Gezielte Lösung nötig
 â Was du im Urlaub vermeiden solltest
- â Futter âextra groĂzĂŒgigâ vorher geben
- â Billige Urlaubs-Futterblöcke einsetzen
- â Unerfahrene Nachbarn ohne Anleitung fĂŒttern lassen
â Sinnvolle Lösungen bei lĂ€ngerer Abwesenheit
- Futterautomat mit Testlauf vor dem Urlaub: đ Aquarium Futterautomat im Urlaub â So bleibt dein Aquarium sicher versorgt
- Klare Futterportionen vorbereiten (z. B. Tabletten abgezÀhlt)
- Im Zweifel: lieber zu wenig als zu viel fĂŒttern
Fazit
Die richtige FĂŒtterung ist einer der gröĂten Hebel fĂŒr ein stabiles Aquarium. Wer Menge, Futterart und Abwechslung im Griff hat, sorgt fĂŒr gesunde, aktive und farbenfrohe Aquarienfische â ganz ohne zusĂ€tzliche Technik.
HĂ€ufige Fragen zur FĂŒtterung von Aquarienfischen
Ist Flockenfutter schlecht fĂŒr Aquarienfische?
Nein. Flockenfutter ist nicht grundsĂ€tzlich schlecht, sollte aber nicht allein verfĂŒttert werden.
Wie erkenne ich gutes Fischfutter?
An einer klaren Deklaration, hohem Proteinanteil und wenig Getreide.
Wie viel Futter ist zu viel?
Wenn nach 1â2 Minuten noch Futter im Becken ist, war es zu viel.
Brauchen Aquarienfische einen Fastentag?
Ja. Ein Fastentag pro Woche ist fĂŒr die meisten Fische sinnvoll.
Ist Frostfutter Pflicht?
Nein, aber es sorgt fĂŒr Abwechslung und unterstĂŒtzt natĂŒrliche ErnĂ€hrung.
Sollte man Aquarienfische mehrmals tĂ€glich fĂŒttern?
Nur bei Jungfischen oder in Aufzuchtbecken. FĂŒr normale Aquarien reicht einmal tĂ€glich.
DĂŒrfen Aquarienfische GemĂŒse fressen?
Ja, bestimmte GemĂŒsesorten sind als ErgĂ€nzung geeignet, ersetzen aber kein Hauptfutter.
Muss man Futterreste im Aquarium entfernen?
Ja. Futterreste belasten Wasserwerte, fördern Algen und erhöhen das Krankheitsrisiko. Sie sollten immer entfernt werden.
Wie lange können Aquarienfische ohne Futter auskommen?
Gesunde adulte Fische ĂŒberstehen problemlos 5â7 Tage ohne Futter.
Sind Urlaubs-Futterblöcke empfehlenswert?
In der Regel nein. Sie lösen sich unkontrolliert auf und belasten das Wasser stark.




