Innenfilter oder Außenfilter – diese Frage stellt sich jeder, der ein neues Aquarium einrichtet oder den bestehenden Filter ersetzen will. Die kurze Antwort: Bis etwa 120 Liter reicht meist ein Innenfilter, ab 100–120 Litern oder bei dichterem Besatz lohnt sich ein Außenfilter, und wer maximale Stabilität wichtiger findet als Optik, greift zum Hamburger Mattenfilter (HMF). Wie du das für dein eigenes Becken konkret entscheidest, zeigt dieser Ratgeber – inklusive Vergleichstabelle, Filtermedien-Aufbau und den häufigsten Anfängerfehlern.
Innenfilter oder Außenfilter – die Entscheidung in Kürze
Warum ist ein Filter im Aquarium überhaupt so wichtig?
- Mechanische Reinigung: Der Filter saugt Schmutz, Futterreste und Schwebstoffe an und hält das Wasser klar.
- Biologische Reinigung: Auf dem Filtermaterial siedeln sich nützliche Bakterien an, die giftige Stoffe (Ammonium, Nitrit) abbauen.
- Wasserbewegung & Sauerstoff: Der Filter bewegt das Wasser und reichert es mit Sauerstoff an.
👉 Ohne Filter kippt ein Aquarium schnell um – besonders bei Einsteigern. Die Frage ist also nicht ob, sondern welcher Filtertyp zu deinem Becken passt.
Die Wahrheit über Pumpleistung: Warum l/h-Angaben nicht alles sind
Wann reicht ein Innenfilter?

Vorteile:
- Einfache Handhabung: Wird direkt ins Becken gehängt, Stromkabel rein, fertig.
- Preisgünstig: Gute Modelle gibt es schon ab 20–40 €.
- Wartung leicht: Schwamm oder Kartusche herausnehmen, ausspülen, wieder einsetzen.
- Platzsparend außerhalb des Beckens: keine Schläuche oder Unterschrank-Technik nötig.
- Sicher bei Leckagen: Da er im Becken hängt, besteht kein Risiko für Wasserschäden durch Schlauchabrisse.
Nachteile:
- Begrenzte Filterleistung: wenig Platz für Filtermedien, daher nur für kleine bis mittlere Aquarien geeignet.
- Platz im Aquarium: Das Gerät hängt im Becken und nimmt Raum für Pflanzen/Deko weg.
- Weniger flexibel: begrenzte Möglichkeiten, Filtermedien individuell zu kombinieren.
- Optik: Kabel und Gerät sind im Becken sichtbar.
👉 Fazit: Ideal für Einsteiger mit Aquarien bis ca. 120 l, die eine günstige, unkomplizierte Lösung suchen. Weiterführende Infos gibt es bei eheim.com. Konkrete Modellempfehlungen findest du in unserem Innenfilter-Vergleich der 5 besten Modelle.
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Ab wann brauchst du einen Außenfilter?

Vorteile:
- Sehr leistungsstark: kann große Wassermengen umwälzen, auch für 200+ Liter geeignet.
- Großes Filtervolumen: viel Platz für mechanische, biologische und chemische Medien.
- Individuell bestückbar: Filtermedien frei kombinierbar (z. B. Keramikröhrchen + Schwamm + Aktivkohle).
- Leise: meist im Unterschrank versteckt, kaum hörbar.
- Mehr Platz im Aquarium: keine großen Geräte im Becken sichtbar.
Nachteile:
- Teurer: gute Modelle ab ca. 80–150 €.
- Wartung aufwendiger: muss ab- und angeschlossen werden, Reinigung dauert länger.
- Platzbedarf: benötigt Stauraum im Unterschrank.
- Leckagerisiko: bei Schlauchabriss oder defekten Dichtungen theoretisch Wasserschäden möglich.
👉 Fazit: Perfekt für größere Aquarien ab 100–120 l, wenn dir Stabilität, klare Optik im Becken und Flexibilität bei den Filtermedien wichtig sind. Weiterführende Infos gibt es bei eheim.com. Konkrete Modellempfehlungen findest du in unserem Außenfilter-Vergleich der 6 besten Modelle.
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Der Hamburger Mattenfilter (HMF) als dritte Option
Vorteile:
- Extrem wartungsarm: muss meist nur gereinigt werden, wenn er sichtbar überlastet ist – oft reichen wenige Male im Jahr.
- Große Filterfläche: riesige Ansiedlungsfläche für Bakterien, dadurch sehr stabile Wasserwerte.
- Langlebig: fast unverwüstlich, hält viele Jahre.
- Sicher: keine Schläuche, kein Leckagerisiko.
- Günstig: Eigenbau ist sehr preiswert, auch fertige Module sind erschwinglich.
Nachteile:
- Optik: Eine große Matte an der Beckenwand wirkt für viele unschön.
- Platzverlust: nimmt im Aquarium viel Raum weg, vor allem bei kleineren Becken.
- Kaum variabel: weniger Möglichkeiten, Filtermedien individuell zu wechseln.
- Schwache mechanische Filterung: Die Matte filtert vor allem feine Partikel; grobe Schwebstoffe bleiben eher im Wasser, bis sie sich absetzen.
- Strömung: schwächer als bei Außenfiltern, für Strömungsliebhaber eher ungeeignet.
👉 Fazit: Hervorragend für Zuchtbecken, Garnelenbecken und sehr stabile Biotope – für repräsentative Schauaquarien eher ungeeignet. Ein HMF lässt sich bei Bedarf auch mit einem Innen- oder Außenfilter kombinieren, wenn zusätzliche Strömung oder mechanische Filterung gefragt ist.
Vergleichstabelle: Innenfilter, Außenfilter & HMF im direkten Vergleich
| Filterart | Beckengröße | Vorteile | Nachteile | Ideal für |
|---|---|---|---|---|
| Innenfilter | bis ca. 120 l | – Kompakt, im Becken integriert – Einfach zu reinigen – Preisgünstig | – Nimmt Platz im Aquarium weg – Weniger Platz für Filtermedien | Einsteiger mit kleinen bis mittleren Becken, knappes Budget |
| Außenfilter | ab ca. 100–120 l | – Sehr leistungsstark – Viel Platz für Filtermedien – Im Schrank versteckt, leise | – Teurer in der Anschaffung – Reinigung etwas aufwendiger – Platzbedarf im Unterschrank | Mittelgroße bis große Becken, Gesellschafts- und Aquascaping-Becken, wer Ruhe im Becken will |
| Hamburger Mattenfilter (HMF) | meist kleine bis mittlere Becken, größenunabhängig einsetzbar | – Extrem wartungsarm – Große Filterfläche = stabil – Sehr langlebig | – Optisch auffällig – Nimmt viel Platz im Becken weg – Schwächere mechanische Filterung | Garnelen- und Zuchtbecken, wer Stabilität wichtiger findet als Optik |
Filterlose Aquarien? Nur bei speziellen Setups möglich (z. B. stark bepflanzte Walstad-Becken mit sehr niedrigem Besatz) – für Anfänger nicht zu empfehlen.
⏱️ Wie lange laufen und wie oft reinigen?
- Ein Filter läuft 24 Stunden am Tag – ohne Unterbrechung. Die nützlichen Bakterien im Filter brauchen ständig Sauerstoff und einen gleichmäßigen Wasserdurchfluss.
- Wenn der Filter länger als 1–2 Stunden ausgeschaltet ist, können die Bakterien absterben → beim Neustart droht ein Nitritanstieg („Nitritpeak“). Filter also nie über Nacht ausschalten, auch nicht wegen Geräusch oder Stromsparen.
- Innenfilter: meist alle 2–4 Wochen reinigen, abhängig von Besatz und Fütterung – reinigen, wenn der Durchfluss deutlich nachlässt oder das Wasser trüber wird.
- Außenfilter: alle 6–12 Wochen, da er ein viel größeres Volumen hat. Reinigung nur, wenn der Durchfluss schwächer wird – nicht vorsorglich nach festem Kalenderintervall.
- HMF: extrem wartungsarm – meist nur bei sichtbarer Überlastung reinigen. Manche erfahrene Halter reinigen ihn alle paar Monate zusätzlich leicht, weil ältere, dichter besiedelte Matte oft sogar effektiver filtert als eine frisch gereinigte.
So reinigst du richtig
- Schwämme/Matten vorsichtig im abgesaugten Aquariumwasser ausdrücken – nie unter heißem Leitungswasser oder mit Spülmittel.
- Biomedien (Keramikröhrchen, Sinterglas) nur leicht durchspülen, nicht schrubben, damit die Bakterien erhalten bleiben.
- Beim Außenfilter zusätzlich alle 2–3 Monate die Schläuche mit einer Schlauchbürste reinigen, da sich Biofilm und Mulm absetzen und den Durchfluss senken.
👉 Aquarium Schlauchbürste - Pumpenrotor regelmäßig auf Mulm/Kalk kontrollieren und mit einer kleinen Bürste oder einem Wattestäbchen vorsichtig reinigen.
Filtermedien – was gehört in welchen Filter?

Ob Innenfilter, Außenfilter oder HMF – entscheidend ist am Ende immer, welche Filtermedien darin arbeiten. Sie übernehmen drei unterschiedliche Aufgaben:
🔹 Mechanische Filterung
- Entfernt grobe Schmutzpartikel (Futterreste, Pflanzenreste).
- Typisch: Filterwatte, Filterschaum grob.
🔹 Biologische Filterung
- Hier siedeln sich die nützlichen Bakterien an, die Ammonium über Nitrit zu Nitrat abbauen.
- Typisch: Keramikröhrchen, Sinterglas, Biobälle.
🔹 Chemische Filterung (optional)
- Entfernt gezielt Schadstoffe oder Verfärbungen.
- Beispiele: Aktivkohle (nach Medikamenteneinsatz), Torf (senkt pH), Phosphatabsorber (gegen Algen).
- Nicht dauerhaft nutzen, sondern nur bei speziellen Problemen zeitlich begrenzt einsetzen.
Die richtige Reihenfolge: grob vor fein, mechanisch vor biologisch vor chemisch
- Grober Schwamm / Keramikröhrchen grob – fängt große Schmutzpartikel ab und schützt die Pumpe vor Verstopfung.
- Feiner Schwamm / Filtermatte – entfernt kleinere Schwebstoffe und dient als erste Ansiedlungsfläche für Bakterien.
- Biologisches Filtermedium (Sinterglas, Biobälle, feine Keramikröhrchen) – größte Bakterienansiedlung, das Herzstück der Wasseraufbereitung.
- Feinfilterwatte (optional) – für klares Wasser, muss regelmäßig gewechselt werden.
- Chemische Medien (optional, zeitlich begrenzt) – Aktivkohle nach Medikamenteneinsatz, Torf im Schwarzwasserbecken, Phosphatabsorber gezielt gegen Algen.
👉 Merke: Mechanische Filterung immer zuerst, biologische immer in der Mitte, chemische nur wenn nötig – bei Innenfilter, Außenfilter und HMF gilt dasselbe Prinzip, nur mit unterschiedlich viel Platz dafür.
Typische Fehler bei Filterwahl und -pflege
- ❌ Filter zu früh oder zu lange ausschalten → Bakterien sterben ab, Nitritanstieg droht.
- ❌ Alle Filtermedien gleichzeitig komplett austauschen → der Bakterienstamm bricht zusammen.
- ❌ Zu kleinen Filtertyp für die Beckengröße wählen → Wasser bleibt trüb, Werte werden instabil.
- ❌ Chemische Medien dauerhaft einsetzen → entziehen wichtige Stoffe und bringen das Gleichgewicht aus der Balance.
- ❌ Filter mit heißem Wasser oder Spülmittel reinigen → tötet die Filterbakterien ab.
- ❌ Außenfilter beim Reinigen zu lange trocken stehen lassen → Bakterien sterben ohne Wasser/Sauerstoff ab.
Strömungsrichtung beachten
- Außenfilter: Einlauf und Auslauf so platzieren, dass eine sanfte Kreisströmung im Becken entsteht.
- Innenfilter: am besten leicht schräg nach oben ausrichten → sorgt für Sauerstoffeintrag an der Wasseroberfläche.
- HMF: Luftheber oder Pumpe richtig dimensionieren, damit die Strömung durch die Matte nicht zu schwach ausfällt.
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🔌 Bonus: Digitale Filter – lohnt sich das Upgrade?
Neben klassischen Innen- und Außenfiltern gibt es inzwischen auch digitale Filtersysteme, z. B. von EHEIM (eXperience, professionel 5e Digital). App-Steuerung, automatische Durchflussregulierung, Wartungserinnerungen und effizientere Energienutzung sind die Vorteile – dafür sind sie deutlich teurer (oft 250–400 € oder mehr), komplexer in der Einrichtung und abhängiger von Elektronik. Für Anfänger reicht ein klassischer Innen- oder Außenfilter völlig aus; ein digitales Modell lohnt sich vor allem für größere Becken oder ein bestehendes Smarthome-Setup. Infos gibt es direkt bei eheim.com.
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Häufige Fragen zu Innenfilter, Außenfilter & Filterwahl
Innenfilter oder Außenfilter – was ist besser für mein Aquarium?
Das hängt vor allem von der Beckengröße ab: Bis etwa 120 Liter reicht ein Innenfilter meist aus, ist günstiger und einfacher zu warten. Ab 100–120 Litern oder bei dichterem Besatz liefert ein Außenfilter mehr Filtervolumen, ist leiser im Unterschrank verstaut und lässt sich individueller mit Filtermedien bestücken. Bei Garnelen- oder Zuchtbecken ist oft ein Hamburger Mattenfilter (HMF) die stabilste Wahl.
Ab welcher Beckengröße lohnt sich ein Außenfilter?
Ab etwa 100–120 Litern wird ein Außenfilter meist sinnvoller als ein Innenfilter, weil er deutlich mehr Platz für Filtermedien bietet und dadurch stabilere Wasserwerte ermöglicht. Bei sehr dicht besetzten kleineren Becken kann sich ein Außenfilter aber auch schon früher lohnen.
Reicht ein Innenfilter für ein Aquarium bis 120 Liter?
In der Regel ja. Für kleine bis mittlere Becken mit normalem Besatz liefert ein guter Innenfilter ausreichende mechanische und biologische Filterleistung. Bei sehr dichtem Besatz oder empfindlichen Arten lohnt sich trotzdem ein Blick auf einen Außenfilter mit mehr Reserve.
Was ist der Unterschied zwischen Innenfilter, Außenfilter und Hamburger Mattenfilter (HMF)?
Der Innenfilter hängt kompakt im Becken und ist einfach zu warten, nimmt aber Platz und Optik im Aquarium weg. Der Außenfilter steht im Unterschrank, bietet deutlich mehr Filtervolumen und ist leiser, ist aber teurer und aufwendiger in der Wartung. Der HMF ist eine große Filtermatte an der Beckenwand mit riesiger Bakterien-Ansiedlungsfläche – extrem wartungsarm und stabil, aber optisch auffällig und mit weniger Strömung.
Kann ich einen Hamburger Mattenfilter mit einem Außenfilter kombinieren?
Ja, das ist eine gängige Kombination, wenn zusätzliche biologische Stabilität gefragt ist – etwa bei stark besetzten Becken oder Zuchtansätzen. Der HMF übernimmt dann einen Teil der biologischen Filterung, der Außenfilter sorgt für zusätzliche Strömung und mechanische Filterung.
Welche Filtermedien gehören in welchen Filtertyp?
Das Prinzip ist bei allen drei Filtertypen gleich: mechanische Medien (Schwamm, Filterwatte) zuerst, biologische Medien (Keramikröhrchen, Sinterglas, Biobälle) in der Mitte, chemische Medien (z. B. Aktivkohle) nur zeitlich begrenzt und bei Bedarf. Innen- und Außenfilter bieten dafür einzelne Kammern oder Körbe, der HMF übernimmt mechanische und biologische Filterung direkt in der Matte.
Weiterführend im Filter-Cluster
- Außenfilter Aquarium: Die 6 besten Modelle 2026 – konkrete Modellempfehlungen, wenn die Entscheidung für einen Außenfilter gefallen ist.
- Innenfilter Aquarium: Die 5 besten Modelle 2026 – konkrete Modellempfehlungen für den Innenfilter.
- Wie einen Außenfilter bestücken – Schluss mit Mythen
- Wann den Aquariumfilter reinigen – und wann besser nicht?
Aqualizer-Tipp: Beckendaten dokumentieren, bevor du kaufst
Die Entscheidung Innenfilter oder Außenfilter hängt direkt am tatsächlichen Beckenvolumen – nicht am gefühlten. Im Aqualizer legst du dein Aquarium mit den echten Maßen an und hast Länge, Breite, Höhe und errechnetes Volumen jederzeit griffbereit, statt beim Filterkauf im Laden nachzurechnen.
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Fazit: Innenfilter oder Außenfilter?
Ein guter Filter ist die Lebensversicherung für dein Aquarium – welcher Filtertyp das ist, entscheidet vor allem die Beckengröße:
- Bis ca. 120 Liter reicht ein Innenfilter, ab 100–120 Litern ist ein Außenfilter empfehlenswert – die Antwort auf „Innenfilter oder Außenfilter“ ist damit in den meisten Fällen eine Frage des Bruttovolumens, nicht des Geschmacks.
- Der Hamburger Mattenfilter ist die richtige Wahl, wenn Stabilität wichtiger ist als Optik – klassisch bei Garnelen- und Zuchtbecken.
- Filtermedien-Kombination: mechanisch (Schwamm/Watte) + biologisch (Keramik/Sinterglas) ist Pflicht, chemische Medien nur bei Bedarf und zeitlich begrenzt.
- Ein digitales Filtersystem ist kein Muss, aber ein sinnvolles Upgrade für größere Becken oder ein bestehendes Smarthome-Setup.
- Pflege regelmäßig, aber schonend – dann läuft dein Aquarium stabil, egal ob mit Innen-, Außen- oder Mattenfilter.
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