Wenn die Blätter draußen fallen und der Herbst Einzug hält, bietet die Natur Aquarianern eine wahre Schatzkiste an Materialien für ihr Aquarium. Tannenzapfen, Eichen- oder Buchenlaub und Erlenzäpfchen sind nicht nur hübsche Dekoelemente, sondern wirken auch positiv auf das Wasserklima, den pH-Wert und die Gesundheit deiner Fische. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Naturmaterialien geeignet sind, wie du sie richtig sammelst, trocknest und dosierst – und welche du besser nicht ins Aquarium gibst.
🌿 Warum Naturmaterialien im Aquarium so wertvoll sind
In der Natur leben viele Fischarten – etwa Salmler, Welse und Garnelen – in Gewässern, die von Laub und Holz durchzogen sind. Dort geben Blätter und Zapfen huminstoffe und Gerbstoffe ab, die das Wasser leicht bräunlich färben und antibakteriell wirken. Diese Stoffe:
- senken den pH-Wert leicht ab,
- fördern das Immunsystem der Fische,
- hemmen schädliche Bakterien & Pilze,
- sorgen für natürliches Wohlfühlwasser, besonders für Weichwasserfische.
Das Ganze ist also kein Deko-Trend, sondern biologisch sinnvoll – und eine tolle Möglichkeit, dein Aquarium natürlich zu pflegen.
🌰 Tannenzapfen, Erlenzäpfchen & Co. – was wofür gut ist
🌲 Erlenzäpfchen – der Klassiker der Wasserpflege
Erlenzäpfchen sind kleine Wunderwaffen. Sie geben Gerbstoffe ab, die das Wasser leicht bernsteinfarben färben und keimhemmend wirken. Perfekt bei leichten Schleimhautreizungen, Laichpilz oder zur allgemeinen Vorbeugung.
Dosierung:
➡️ 1–2 Erlenzäpfchen auf 50 Liter Wasser
➡️ alle 2–3 Wochen austauschen
💡 Tipp: Getrocknete Erlenzäpfchen bekommst du auch im Handel, z. B. JBL Tormec activ
🌰 Tannenzapfen – unterschätzte Allrounder
Auch Tannenzapfen (vor allem von Fichten) enthalten ätherische Öle und Huminstoffe, die keimhemmend wirken. Allerdings sind sie intensiver als Erlenzäpfchen, daher sparsam dosieren.
Dosierung:
➡️ 1 kleiner Zapfen auf 50–80 l Wasser
➡️ gut trocknen oder kurz abkochen vor Gebrauch
💡 Tipp: Ideal für Schwarzwasser-Aquarien oder Artenbecken mit Südamerika-Fischen.
🍂 Eichen- & Buchenlaub – natürliches Herbstgold
Getrocknetes Laub von Eiche oder Buche gibt über Wochen hinweg Huminsäuren ab. Es bietet Verstecke für Garnelen, Futter für Mikroorganismen und verrottet langsam.
So gehst du vor:
- Sammle nur sauberes, trockenes Laub – fernab von Straßen oder Feldern.
- Trockne es luftig (nicht in der Sonne).
- Verwende 2–3 Blätter pro 100 l Aquariumvolumen.
- Ersetze sie, wenn sie stark zersetzt sind.
💡 Tipp: Viele Aquarianer schwören auf das Dennerle Catappa Leaves (Seemandelbaumblätter), die ähnliche Effekte haben.
⚠️ Welche Blätter & Zapfen sind ungeeignet oder giftig
Nicht alles, was von Bäumen fällt, gehört ins Aquarium. Finger weg von:
- 🌿 Nadelbäumen mit hohem Harzanteil (z. B. Kiefer, Lärche)
- 🍁 Ahornblätter (können toxisch wirken)
- 🍒 Kirsch-, Pflaumen- oder Walnussblätter (Gerbstoffgehalt zu hoch)
- 🌾 Gespritzten Pflanzen oder Straßenlaub
👉 Nur naturbelassenes, ungespritztes Material verwenden!
🧪 Wirkung auf Wasserwerte: pH, KH & Co.
Naturmaterialien wirken wie ein sanfter biologischer Filter.
Sie geben Gerbstoffe (Tannine) ab, die den pH-Wert leicht senken und das Wasser „weicher“ machen.
Für Weichwasserfische (z. B. Neons, Skalare, Apistogramma) ist das optimal.
💧 Wichtiger Hinweis:
Wenn du deinen pH-Wert gezielt beobachten willst, nutze den Aqualizer.
Er zeigt dir automatisch, wie sich pH und KH entwickeln, und empfiehlt sogar CO₂- und Filteranpassungen.
🪶 Richtig sammeln, trocknen & lagern
- Sammeln: Nur in sauberen, naturbelassenen Gebieten (z. B. Wald, abseits von Straßen).
- Trocknen: Auf Papier oder Gitterrost, nicht in direkter Sonne.
- Aufbewahren: In Papiertüten oder luftdurchlässigen Boxen – nicht luftdicht, sonst Schimmelgefahr!
- Abkochen (optional): Kurz in heißem Wasser abbrühen, um eventuelle Parasiten zu beseitigen.
💡 Tipp: Wenn du keine Zeit zum Sammeln hast, findest du hochwertige Naturprodukte auch fertig getrocknet bei Amazon oder Zoofachhändlern.
🍁 Herbstpflege-Tipps fürs Aquarium
Im Herbst verändern sich nicht nur die Farben draußen – auch im Aquarium lohnt sich eine kleine Anpassung:
💡 Licht & Beleuchtung
Die Tage werden kürzer. Passe die Beleuchtungsdauer auf 8–9 Stunden an, um Algenwachstum zu vermeiden.
👉 Hier helfen Zeitschaltuhren oder Aquariensteuerungen wie der EHEIM LEDcontrol+.
🌡️ Temperatur
Raumtemperatur sinkt – kontrolliere regelmäßig mit einem Digitalthermometer.
➡️ Ideal: 24–26 °C für tropische Becken, 18–22 °C für Kaltwasserfische.
🍽️ Futter anpassen
Fische sind bei kühleren Temperaturen weniger aktiv.
➡️ Weniger füttern (2–3 x pro Woche genügt oft)
➡️ Nutze naturbelassene Herbstfutter wie Garnelensticks oder Laubblätter.
🪴 Fazit: Der Herbst ist die natürlichste Wasserpflegezeit
Mit den richtigen Naturmaterialien tust du deinem Aquarium etwas Gutes – ganz ohne Chemie.
Erlenzäpfchen, Eichenlaub & Co. schaffen stabiles, natürliches Wasser, fördern die Gesundheit deiner Tiere und sind kostenlos oder günstig zu bekommen.
Nutze den Herbst also als Anlass, dein Aquarium ein Stück naturnäher zu gestalten – deine Fische werden es dir danken!




