Viele Aquarien scheitern nicht an Technik, sondern an typischen Anfängerfehlern. Zu frühes Besetzen, falsche Pflege oder ignorierte Wasserwerte führen schnell zu Algen, Stress und Fischverlusten.
In diesem Artikel zeige ich dir die häufigsten Anfängerfehler im Aquarium – und was du konkret tun musst, um sie zu vermeiden. Klar, praxisnah und ohne unnötige Theorie.
1. Zu viele Fische auf einmal einsetzen
Einer der häufigsten Anfängerfehler im Aquarium: Das Becken ist frisch eingerichtet und direkt werden viele Fische eingesetzt. Das führt fast immer zu einem Nitritpeak – also giftigem Nitrit im Wasser –, weil das biologische Gleichgewicht noch fehlt.
So vermeidest du den Fehler:
- Fische erst nach 3–4 Wochen einsetzen.
- Zunächst mit einer kleinen Gruppe beginnen, dann langsam aufstocken.
- Wasserwerte regelmäßig testen (z. B. mit JBL Testsets).
2. Aquarium nicht richtig einlaufen lassen
Viele Anfänger besetzen ihr Aquarium nach wenigen Tagen. Doch die notwendigen Bakterien, die Ammonium und Nitrit abbauen, brauchen Zeit. Wird diese Phase übersprungen, kommt es häufig zu Vergiftungen der Fische.
Lösung:
- Aquarium mindestens 3–4 Wochen einlaufen lassen.
- In dieser Zeit Pflanzen einsetzen und Beleuchtung normal betreiben.
- Stickstoffkreislauf verstehen: Ammonium → Nitrit → Nitrat.
3. Falsche Beckengröße wählen
„Je kleiner, desto einfacher“ – das klingt logisch, ist aber falsch. Kleine Aquarien (z. B. 20–30 Liter) verzeihen keine Fehler und kippen schnell. Größere Wassermengen reagieren deutlich stabiler.
Empfehlung:
- Für Einsteiger mindestens 60 Liter.
- Beliebte Komplett-Sets: Tetra Starter Line oder Juwel Rio.
- Größere Wassermengen sind stabiler und einfacher zu pflegen.
4. Falsche Kombination von Fischen
Nicht alle Fische passen zusammen. Ein klassisches Beispiel sind Guppys und Kampffische: Der Kampffisch sieht die bunten Guppys oft als Rivalen und greift sie an.
Ebenso problematisch sind unterschiedliche Ansprüche an Wasserwerte wie pH oder Temperatur.
So gehst du vor:
- Vor dem Kauf über die Bedürfnisse informieren.
- Artenbecken oder Gesellschaftsbecken planen.
- Für Anfänger geeignet: Schwarmfische (z. B. Neonsalmler), Corydoras, Garnelen.
Hinweis: Mit dem Aqualizer kannst du prüfen, ob Fischarten und Wasserwerte zueinander passen.
5. Zu viel Futter geben
Zu viel Futter ist eine der häufigsten Ursachen für Algenprobleme und schlechte Wasserwerte im Aquarium. Fische besitzen kein echtes Sättigungsgefühl.
Merke:
- Füttere nur so viel, wie die Fische in 2–3 Minuten fressen können.
- 1 Fastentag pro Woche einlegen.
- Nutze qualitativ hochwertiges Futter, z. B. von JBL oder Tetra.
6. Wasserwerte ignorieren
Viele Anfänger achten nicht auf pH, KH, GH oder Nitrat. Doch diese Werte sind entscheidend für das Wohlbefinden der Fische. Besonders wichtig für Anfänger sind pH-Wert, Nitrit, Nitrat und KH – diese sollten regelmäßig kontrolliert werden.
So machst du es richtig:
- Regelmäßig Wasserwerte messen.
- Bei Problemen gezielt gegensteuern (z. B. KH erhöhen, Nitrat senken).
- Praktisch: Tröpfchentests oder digitale Messgeräte.
7. Falsche Beleuchtung
Zu lange Beleuchtung fördert Algen. Anfänger lassen ihre Aquarien oft 12–14 Stunden am Tag leuchten.
Besser:
- Mit 6–8 Stunden beginnen, später auf 10 Stunden steigern.
- Zeitschaltuhr nutzen.
- LED-Beleuchtung spart Energie und fördert Pflanzenwachstum (z. B. Chihiros oder Dennerle LED).
8. Ungeeignete Pflanzen
Viele greifen zu roten oder feinen Pflanzen, die hohe Ansprüche haben. Diese kümmern, wachsen schlecht – und Algen übernehmen die Kontrolle.
Empfohlene Anfängerpflanzen:
9. Zu seltene oder falsche Wasserwechsel
Manche wechseln gar kein Wasser – andere kippen gleich alles aus. Beides schadet.
So geht’s richtig:
- Wöchentlich 30 % Wasser wechseln.
- Frisches Leitungswasser langsam einfüllen.
- Wasseraufbereiter nutzen (z. B. Seachem Prime).
10. Technik nicht richtig pflegen
Filter, Heizer und Co. brauchen Aufmerksamkeit. Fehler: Filter komplett unter Leitungswasser auswaschen – dadurch gehen alle wichtigen Bakterien verloren.
Tipp:
- Filtermedien nur in Aquariumwasser ausdrücken.
- Heizer regelmäßig prüfen (Temperatur stabil?).
- Technik nicht abschalten, außer beim Reinigen.
Fazit
Die meisten Probleme im Aquarium entstehen durch Ungeduld und falsche Annahmen. Wer sich an grundlegende Regeln hält, vermeidet Stress, Algen und Fischverluste.
Plane Besatz, Wasserwerte und Technik bewusst – dann läuft dein Aquarium stabil und dauerhaft.
Praktisch: Der Aqualizer hilft dir dabei, Besatz und Wasserwerte realistisch einzuschätzen.
Weiterführende Links:
Wie lange muss ein Aquarium einlaufen, bevor Fische eingesetzt werden?
Es gibt keine genauen Datumsangaben dafür. Wenn alle Wasserwerte stimmen, dann geht das. Allerdings nicht unter 3 Wochen.
Woran erkenne ich einen Nitritpeak im Aquarium?
Typische Anzeichen sind hektisches Atmen der Fische, Aufenthalt an der Wasseroberfläche und messbares Nitrit im Test. Bei erhöhten Werten sofort Wasser wechseln.
Wie oft sollte man als Anfänger Wasser wechseln?
Ein wöchentlicher Wasserwechsel von 30–50 % ist ideal. Zu seltene oder zu große Wechsel destabilisieren das Aquarium.
Welche Wasserwerte sind für Anfänger wirklich wichtig?
Für den Start reichen Nitrit (NO₂), Nitrat (NO₃), pH-Wert und KH. Diese Werte geben schnell Aufschluss über die Stabilität des Beckens.
Wie viel Futter ist zu viel?
Alles, was nach 2–3 Minuten noch im Aquarium liegt, ist zu viel. Überfütterung ist eine der häufigsten Ursachen für Algen und schlechte Wasserwerte.
Kann ich Anfängerfehler im Aquarium später noch korrigieren?
Ja, aber je früher du reagierst, desto besser. Unbehandelte Fehler führen oft zu Dauerproblemen oder Fischverlusten.





