Orangeflossen-Panzerwels (Corydoras sterbai „Orange Fin“)

Der Orangeflossen-Panzerwels ist eine Zuchtform des Corydoras sterbai mit auffällig leuchtend orangen Flossen – ruhig, sozial und robust genug für Gesellschaftsbecken ab 60 Litern. Er hält sich am Bodengrund auf, braucht zwingend feinen Sand statt Kies und fühlt sich ab einer Gruppe von sechs Tieren wohl. Wer diese Grundbedingungen erfüllt, hat einen pflegeleichten und langlebigen Begleitfisch.


Herkunft und Eigenschaften

Der Corydoras sterbai stammt ursprünglich aus Südamerika – konkret aus dem Guaporé-Flusssystem zwischen Brasilien und Bolivien. Dort lebt er in flachen, langsam fließenden Gewässern mit weichem, sandigem Untergrund und reichlich Laubstreu. Die Orangeflossen-Variante (Orange Fin) existiert in freier Wildbahn nicht – sie ist eine gezielte Nachzucht, bei der die orangefarbene Zeichnung an Rücken-, Brust- und Bauchflossen besonders stark ausgeprägt ist.

Äußerlich unterscheidet sich der Orangeflossen-Panzerwels vom Wildtyp vor allem durch die Intensität der Färbung: Während beim klassischen Corydoras sterbai die Flossen gelblich-orange schimmern, sind sie bei der Orange-Fin-Zuchtform deutlich kräftiger und gleichmäßiger gefärbt. Das Körpermuster – dunkle Punkte auf hellem Grund, charakteristisch für sterbai – bleibt identisch. Beide Formen erreichen eine Körperlänge von 6–7 cm.


Unterschied zu Corydoras sterbai – was ist die Orange Fin Variante?

Die Bezeichnung „Orange Fin“ oder „Orangeflossen-Panzerwels“ beschreibt keine eigene Art, sondern eine Zuchtform des Corydoras sterbai. Der entscheidende Unterschied liegt ausschließlich in der Flossenzeichnung: Bei der Orange-Fin-Zuchtform wurden gezielt Tiere mit besonders intensiver Orangefärbung selektiert und miteinander verpaart.

Was das für die Haltung bedeutet: gar nichts. Die Haltungsansprüche sind identisch mit dem Wildtyp. Wer bereits Erfahrung mit Corydoras sterbai hat, kann den Orangeflossen-Panzerwels ohne Anpassungen halten. Wichtig beim Kauf: Nicht jeder Händler kennzeichnet die Zuchtform klar – im Zweifelsfall auf die besonders leuchtende, gleichmäßige Orangefärbung der Flossen achten.

Weitere Informationen zur Gattung: Panzerwels (Corydoras aeneus) – Haltung und Pflege. Den wissenschaftlichen Arteneintrag findest du auf FishBase.


Haltung im Aquarium

Beckengröße und Grundfläche

Corydoras sterbai ist ein aktiver Grundfisch. Er erkundet ständig den Boden auf Futterspuren – deshalb zählt die Grundfläche mehr als die Wassertiefe. Das Mindestmaß liegt bei 80 cm Kantenlänge für eine Gruppe ab sechs Tieren, was einem Volumen von etwa 80–100 Litern entspricht. Größer ist besser: In einem 112-Liter-Becken oder mehr entfaltet sich das Gruppenverhalten deutlich natürlicher.

Bodengrund – warum Sand empfohlen wird

Panzerwelse graben ununterbrochen mit den Barteln im Bodengrund nach Futter. Auf feinem Sand können sie dieses natürliche Wühlverhalten ungehindert ausleben – das ist der Hauptgrund für die Empfehlung. Bartelschäden entstehen nicht durch den Bodengrund selbst, sondern durch schlechte Wasserqualität. Barteln schleifen sich auf jedem Substrat minimal ab und wachsen im gesunden Becken nach. Erst wenn das Becken keimbelastet ist, können die Barteln einschmelzen – unabhängig davon, ob Sand oder Kies liegt.

Sand bleibt trotzdem die bessere Wahl: Er fördert arttypisches Verhalten, ist hygienischer zu pflegen (Schmutz setzt sich oben ab, statt im Substrat zu verschwinden) und gibt den Fischen ein natürlicheres Umfeld. Scharfkantiges Substrat sollte vermieden werden – nicht wegen mechanischer Verletzungen, sondern weil es das Wühlverhalten hemmt und schlechter zu reinigen ist.

Bewährt hat sich JBL Sansibar Sand – feinkörnig, gerundet, dunkel genug, damit die Fische sich sicher fühlen und die Farben kontrastreich wirken.

Einrichtung und Verstecke

Orangeflossen-Panzerwelse brauchen Rückzugsmöglichkeiten – nicht weil sie Versteckspezialisten sind, sondern weil zu helles, strukturloses Becken Stress erzeugt. Wurzeln, flache Steine und Pflanzen wie Javafarn oder Anubias geben Orientierung und dämpfen das Licht im Bodenbereich. Schwimmblätter oder dichteres Pflanzenwerk an der Wasseroberfläche helfen zusätzlich.


Wasserwerte

Corydoras sterbai gehört zu den Panzerwelsen, die gegenüber Wasserwertschwankungen empfindlicher reagieren als zum Beispiel der robuste Corydoras aeneus. Stabile Werte sind wichtiger als das genaue Einhalten eines Idealwerts.

Parameter Idealbereich
Temperatur 24–26 °C (bis 28 °C toleriert)
pH-Wert 6,0–7,5
Gesamthärte (GH) 2–15 °dH
Karbonathärte (KH) 2–10 °dH
Ammonium/Ammoniak 0 mg/l
Nitrit 0 mg/l
Nitrat < 25 mg/l

Wöchentliche Wasserwechsel von 20–30 % stabilisieren die Werte und reduzieren Nitrat. Regelmäßige Messung ist gerade in der Einlaufphase eines neuen Beckens wichtig.


Ernährung

Der Orangeflossen-Panzerwels ist ein Allesfresser mit Schwerpunkt auf dem Bodenbereich. Er nimmt auf, was auf den Grund sinkt – sowohl Trocken- als auch Lebendfutter. Wichtig: Er ist kein „Aquariumreiniger“, der Futterreste anderer Fische kompensiert. Er braucht gezielt verfüttertes Futter, das er auch erreicht.

  • Sinkende Tabletten oder Pellets: Hauptnahrung – z. B. JBL ProNovo Corydoras Grano S
  • Lebendfutter: Tubifex, Artemia, Mückenlarven (schwarz/rot) – fördert Farbe und Kondition
  • Gefrierfutter: gute Alternative zu Lebendfutter, ganzjährig verfügbar
  • Gemüse: blanchierte Zucchini oder Gurkenscheiben werden gelegentlich angenommen

Fütterungsfrequenz: 1–2× täglich, kleine Mengen. Nicht füttern, was nicht innerhalb von 5 Minuten aufgenommen wird – verdorbene Futterreste belasten die Wasserqualität.


Vergesellschaftung

Orangeflossen-Panzerwelse sind friedlich und vertragen sich mit den meisten nicht-aggressiven Fischarten. Sie teilen den Bodenbereich mit anderen Grundfischen – was bei der Besatzplanung berücksichtigt werden muss. Gleichzeitig sind sie gute Mitbewohner für Schwarmfische im Mittel- und Oberbereich.

  • Gut geeignet: Neonsalmler, Rote Neons, Glühlichtsalmler, Otocinclus, kleine Labyrinthfische
  • Mit Vorsicht: Amano-Garnelen und andere Zwerggarnelen – verträglich, solange keine sehr kleinen Garnelen oder Jungtiere vorhanden sind
  • Nicht geeignet: aggressive Cichliden, Fische die Barteln beißen (z. B. manche Salmler-Arten unter Stress), sehr territoriale Grundfische

Gruppengröße und Sozialverhalten

Corydoras sterbai ist ein Schwarmfisch – keine Dekoration, sondern ein Tier mit ausgeprägtem Sozialverhalten. Mindestgröße: 6 Tiere. Darunter zeigen Panzerwelse häufig Stressverhalten: Sie verstecken sich, fressen schlechter, bleiben blass. In einer stabilen Gruppe von 8–10 Tieren sind sie deutlich aktiver, erkunden gemeinsam den Bodengrund und zeigen ihr natürliches Schwarmverhalten.

Wichtig: Panzerwelse kommunizieren auch über kurze Zisch- oder Knackgeräusche und können die Brustflosse als Schutzstachel einsetzen. Das ist normal und kein Zeichen von Aggression.


Zucht

Die Zucht des Orangeflossen-Panzerwels ist möglich, aber anspruchsvoller als bei Corydoras aeneus. Der klassische Laichreiz ist ein Wasserwechsel mit kühlerem Wasser (2–4 °C kühler als das Beckenwasser), der einen Regenguss simuliert. Häufige Beobachtungen in der Zucht:

  • Weibchen legen Eier an Scheiben, Pflanzenblättern und Dekorationsobjekten ab
  • Eier sind klebrig und relativ klein – separater Aufzuchtbehälter empfohlen
  • Schlupf nach 3–5 Tagen bei 26 °C
  • Larven fressen nach Dottersackabsorption (ca. 2–3 Tage) feines Lebendfutter: Artemia-Nauplien, Mikroorganismen
  • Aufzucht empfindlicher als beim Wildtyp – Wasserhygiene ist kritisch

Für eine erfolgreiche Zucht braucht es ein separates, gut gefiltertes Aufzuchtbecken mit sehr weichem Wasser und täglichen kleinen Wasserwechseln.


Häufige Fehler

  • Scharfkantiges oder grobes Substrat: Hemmt das natürliche Wühlverhalten. Bartelschäden entstehen nicht mechanisch durch den Bodengrund, sondern durch Keimbelastung im Becken. Trotzdem gilt feiner Sand als Best Practice – er ist hygienischer und artgerechter.
  • Zu kleine Gruppe: Unter 6 Tieren entstehen Stress, Inaktivität und erhöhte Krankheitsanfälligkeit.
  • Zu helles Becken ohne Struktur: Panzerwelse ohne Rückzugsmöglichkeiten bleiben dauerhaft versteckt oder gestresst.
  • Verwechslung mit dem Wildtyp beim Kauf: Orange Fin ist eindeutig durch die intensivere, gleichmäßigere Orangefärbung erkennbar – wer den Unterschied kennt, kauft gezielt.
  • Als Bodenreiniger missverstehen: Panzerwelse essen keine Futterreste anderer Fische zuverlässig weg. Sie brauchen eigenes, gezielt verfüttertes Futter.

Aqualizer-Tipp

Corydoras sterbai reagiert empfindlich auf Wasserwert-Schwankungen – gerade in der Einlaufphase eines Beckens oder nach größeren Wasserwechseln. Mit dem Aqualizer kannst du deine gemessenen Werte dokumentieren, den Verlauf über Zeit einsehen und Abweichungen früh erkennen, bevor sie zum Problem werden. Kostenlos nutzbar, kein Download nötig. Aqualizer kostenlos testen.


Fazit

Der Orangeflossen-Panzerwels ist ein echter Blickfang – robust, friedlich und bei richtiger Haltung problemlos pflegeleicht. Die Anforderungen sind überschaubar: feiner Sand, eine Gruppe ab sechs Tieren, stabile Wasserwerte und ausreichend Struktur im Becken. Wer diese Grundbedingungen erfüllt, hat lange Freude an einem aktiven, geselligen Schwarmfisch, der den Bodenbereich belebt wie kein anderer. Die leuchtenden Flossen machen ihn dabei zu einem der optisch attraktivsten Corydoras überhaupt.


FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Corydoras sterbai und dem Orangeflossen-Panzerwels?

Der Orangeflossen-Panzerwels ist keine eigene Art, sondern eine Zuchtform des Corydoras sterbai. Der Unterschied liegt ausschließlich in der Intensität der Flossenfarbe – Orange Fin wurde auf besonders kräftige, gleichmäßige Orangefärbung selektiert. Die Haltungsansprüche sind identisch.

Wie viele Orangeflossen-Panzerwelse sollte man halten?

Mindestens 6 Tiere. Darunter zeigen Panzerwelse Stressverhalten: Sie verstecken sich, fressen schlecht und bleiben blass. In einer Gruppe ab 8 Tieren entfaltet sich das natürliche Schwarmverhalten deutlich besser.

Welchen Bodengrund braucht der Orangeflossen-Panzerwels?

Zwingend feinen, gerundeten Sand – kein Kies. Panzerwelse graben mit den Barteln im Substrat nach Futter. Kies oder scharfkantiger Bodengrund verletzt die Barteln, was zu Entzündungen führt. JBL Sansibar Sand hat sich bewährt.

Was frisst der Orangeflossen-Panzerwels?

Er ist Allesfresser: sinkende Tabletten und Pellets als Grundfutter, ergänzt durch Lebendfutter (Artemia, Tubifex, Mückenlarven) und Gefrierfutter. Er frisst nicht zuverlässig Futterreste anderer Fische – gezieltes Füttern ist nötig.

Kann man Orangeflossen-Panzerwelse mit Garnelen halten?

Ja, grundsätzlich schon. Amano-Garnelen und größere Zwerggarnelen sind in der Regel kein Problem. Sehr kleine Garnelen oder frisch geschlüpfte Jungtiere können gefressen werden – das ist kein Fehler des Fisches, sondern normales Verhalten.

Der Orangeflossen-Panzerwels ist eine Zuchtform des Corydoras sterbai mit auffällig leuchtend orangen Flossen – ruhig, sozial und robust genug für Gesellschaftsbecken ab 60 Litern. Er hält sich am Bodengrund auf, braucht zwingend feinen Sand statt Kies und fühlt sich ab einer Gruppe von sechs Tieren wohl. Wer diese Grundbedingungen erfüllt, hat einen pflegeleichten und langlebigen Begleitfisch.


Herkunft und Eigenschaften

Der Corydoras sterbai stammt ursprünglich aus Südamerika – konkret aus dem Guaporé-Flusssystem zwischen Brasilien und Bolivien. Dort lebt er in flachen, langsam fließenden Gewässern mit weichem, sandigem Untergrund und reichlich Laubstreu. Die Orangeflossen-Variante (Orange Fin) existiert in freier Wildbahn nicht – sie ist eine gezielte Nachzucht, bei der die orangefarbene Zeichnung an Rücken-, Brust- und Bauchflossen besonders stark ausgeprägt ist.

Äußerlich unterscheidet sich der Orangeflossen-Panzerwels vom Wildtyp vor allem durch die Intensität der Färbung: Während beim klassischen Corydoras sterbai die Flossen gelblich-orange schimmern, sind sie bei der Orange-Fin-Zuchtform deutlich kräftiger und gleichmäßiger gefärbt. Das Körpermuster – dunkle Punkte auf hellem Grund, charakteristisch für sterbai – bleibt identisch. Beide Formen erreichen eine Körperlänge von 6–7 cm.


Unterschied zu Corydoras sterbai – was ist die Orange Fin Variante?

Die Bezeichnung „Orange Fin“ oder „Orangeflossen-Panzerwels“ beschreibt keine eigene Art, sondern eine Zuchtform des Corydoras sterbai. Der entscheidende Unterschied liegt ausschließlich in der Flossenzeichnung: Bei der Orange-Fin-Zuchtform wurden gezielt Tiere mit besonders intensiver Orangefärbung selektiert und miteinander verpaart.

Was das für die Haltung bedeutet: gar nichts. Die Haltungsansprüche sind identisch mit dem Wildtyp. Wer bereits Erfahrung mit Corydoras sterbai hat, kann den Orangeflossen-Panzerwels ohne Anpassungen halten. Wichtig beim Kauf: Nicht jeder Händler kennzeichnet die Zuchtform klar – im Zweifelsfall auf die besonders leuchtende, gleichmäßige Orangefärbung der Flossen achten.

Weitere Informationen zur Gattung: Panzerwels (Corydoras aeneus) – Haltung und Pflege. Den wissenschaftlichen Arteneintrag findest du auf FishBase.


Haltung im Aquarium

Beckengröße und Grundfläche

Corydoras sterbai ist ein aktiver Grundfisch. Er erkundet ständig den Boden auf Futterspuren – deshalb zählt die Grundfläche mehr als die Wassertiefe. Das Mindestmaß liegt bei 80 cm Kantenlänge für eine Gruppe ab sechs Tieren, was einem Volumen von etwa 80–100 Litern entspricht. Größer ist besser: In einem 112-Liter-Becken oder mehr entfaltet sich das Gruppenverhalten deutlich natürlicher.

Bodengrund – warum Sand Pflicht ist

Panzerwelse graben mit den Barteln im Bodengrund nach Futter. Bei Kies oder scharfkantigem Substrat führt das zwangsläufig zu Bartelschäden – die feinen Fühler werden verletzt, Bakterien können eindringen, der Fisch verliert seine wichtigste Sinnesstruktur. Feiner, gerundeter Sand ist deshalb keine Empfehlung, sondern eine Voraussetzung.

Bewährt hat sich JBL Sansibar Sand – feinkörnig, gerundet, dunkel genug, damit die Fische sich sicher fühlen und die Farben kontrastreich wirken.

Einrichtung und Verstecke

Orangeflossen-Panzerwelse brauchen Rückzugsmöglichkeiten – nicht weil sie Versteckspezialisten sind, sondern weil zu helles, strukturloses Becken Stress erzeugt. Wurzeln, flache Steine und Pflanzen wie Javafarn oder Anubias geben Orientierung und dämpfen das Licht im Bodenbereich. Schwimmblätter oder dichteres Pflanzenwerk an der Wasseroberfläche helfen zusätzlich.


Wasserwerte

Corydoras sterbai gehört zu den Panzerwelsen, die gegenüber Wasserwertschwankungen empfindlicher reagieren als zum Beispiel der robuste Corydoras aeneus. Stabile Werte sind wichtiger als das genaue Einhalten eines Idealwerts.

Parameter Idealbereich
Temperatur 24–28 °C
pH-Wert 6,0–7,5
Gesamthärte (GH) 2–15 °dH
Karbonathärte (KH) 2–10 °dH
Ammonium/Ammoniak 0 mg/l
Nitrit 0 mg/l
Nitrat < 25 mg/l

Wöchentliche Wasserwechsel von 20–30 % stabilisieren die Werte und reduzieren Nitrat. Regelmäßige Messung ist gerade in der Einlaufphase eines neuen Beckens wichtig.


Ernährung

Der Orangeflossen-Panzerwels ist ein Allesfresser mit Schwerpunkt auf dem Bodenbereich. Er nimmt auf, was auf den Grund sinkt – sowohl Trocken- als auch Lebendfutter. Wichtig: Er ist kein „Aquariumreiniger“, der Futterreste anderer Fische kompensiert. Er braucht gezielt verfüttertes Futter, das er auch erreicht.

  • Sinkende Tabletten oder Pellets: Hauptnahrung – z. B. JBL ProNovo Corydoras Grano S
  • Lebendfutter: Tubifex, Artemia, Mückenlarven (schwarz/rot) – fördert Farbe und Kondition
  • Gefrierfutter: gute Alternative zu Lebendfutter, ganzjährig verfügbar
  • Gemüse: blanchierte Zucchini oder Gurkenscheiben werden gelegentlich angenommen

Fütterungsfrequenz: 1–2× täglich, kleine Mengen. Nicht füttern, was nicht innerhalb von 5 Minuten aufgenommen wird – verdorbene Futterreste belasten die Wasserqualität.


Vergesellschaftung

Orangeflossen-Panzerwelse sind friedlich und vertragen sich mit den meisten nicht-aggressiven Fischarten. Sie teilen den Bodenbereich mit anderen Grundfischen – was bei der Besatzplanung berücksichtigt werden muss. Gleichzeitig sind sie gute Mitbewohner für Schwarmfische im Mittel- und Oberbereich.

  • Gut geeignet: Neonsalmler, Rote Neons, Glühlichtsalmler, Otocinclus, kleine Labyrinthfische
  • Mit Vorsicht: Amano-Garnelen und andere Zwerggarnelen – verträglich, solange keine sehr kleinen Garnelen oder Jungtiere vorhanden sind
  • Nicht geeignet: aggressive Cichliden, Fische die Barteln beißen (z. B. manche Salmler-Arten unter Stress), sehr territoriale Grundfische

Gruppengröße und Sozialverhalten

Corydoras sterbai ist ein Schwarmfisch – keine Dekoration, sondern ein Tier mit ausgeprägtem Sozialverhalten. Mindestgröße: 6 Tiere. Darunter zeigen Panzerwelse häufig Stressverhalten: Sie verstecken sich, fressen schlechter, bleiben blass. In einer stabilen Gruppe von 8–10 Tieren sind sie deutlich aktiver, erkunden gemeinsam den Bodengrund und zeigen ihr natürliches Schwarmverhalten.

Wichtig: Panzerwelse kommunizieren auch über kurze Zisch- oder Knackgeräusche und können die Brustflosse als Schutzstachel einsetzen. Das ist normal und kein Zeichen von Aggression.


Zucht

Die Zucht des Orangeflossen-Panzerwels ist möglich, aber anspruchsvoller als bei Corydoras aeneus. Der klassische Laichreiz ist ein Wasserwechsel mit kühlerem Wasser (2–4 °C kühler als das Beckenwasser), der einen Regenguss simuliert. Häufige Beobachtungen in der Zucht:

  • Weibchen legen Eier an Scheiben, Pflanzenblättern und Dekorationsobjekten ab
  • Eier sind klebrig und relativ klein – separater Aufzuchtbehälter empfohlen
  • Schlupf nach 3–5 Tagen bei 26 °C
  • Larven fressen nach Dottersackabsorption (ca. 2–3 Tage) feines Lebendfutter: Artemia-Nauplien, Mikroorganismen
  • Aufzucht empfindlicher als beim Wildtyp – Wasserhygiene ist kritisch

Für eine erfolgreiche Zucht braucht es ein separates, gut gefiltertes Aufzuchtbecken mit sehr weichem Wasser und täglichen kleinen Wasserwechseln.


Häufige Fehler

  • Kies statt Sand: Führt zu Bartelschäden und Entzündungen. Einzige Lösung: Substrat tauschen.
  • Zu kleine Gruppe: Unter 6 Tieren entstehen Stress, Inaktivität und erhöhte Krankheitsanfälligkeit.
  • Zu helles Becken ohne Struktur: Panzerwelse ohne Rückzugsmöglichkeiten bleiben dauerhaft versteckt oder gestresst.
  • Verwechslung mit dem Wildtyp beim Kauf: Orange Fin ist eindeutig durch die intensivere, gleichmäßigere Orangefärbung erkennbar – wer den Unterschied kennt, kauft gezielt.
  • Als Bodenreiniger missverstehen: Panzerwelse essen keine Futterreste anderer Fische zuverlässig weg. Sie brauchen eigenes, gezielt verfüttertes Futter.

Aqualizer-Tipp

Corydoras sterbai reagiert empfindlich auf Wasserwert-Schwankungen – gerade in der Einlaufphase eines Beckens oder nach größeren Wasserwechseln. Mit dem Aqualizer kannst du deine gemessenen Werte dokumentieren, den Verlauf über Zeit einsehen und Abweichungen früh erkennen, bevor sie zum Problem werden. Kostenlos nutzbar, kein Download nötig. Aqualizer kostenlos testen.


Fazit

Der Orangeflossen-Panzerwels ist ein echter Blickfang – robust, friedlich und bei richtiger Haltung problemlos pflegeleicht. Die Anforderungen sind überschaubar: feiner Sand, eine Gruppe ab sechs Tieren, stabile Wasserwerte und ausreichend Struktur im Becken. Wer diese Grundbedingungen erfüllt, hat lange Freude an einem aktiven, geselligen Schwarmfisch, der den Bodenbereich belebt wie kein anderer. Die leuchtenden Flossen machen ihn dabei zu einem der optisch attraktivsten Corydoras überhaupt.


FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Corydoras sterbai und dem Orangeflossen-Panzerwels?

Der Orangeflossen-Panzerwels ist keine eigene Art, sondern eine Zuchtform des Corydoras sterbai. Der Unterschied liegt ausschließlich in der Intensität der Flossenfarbe – Orange Fin wurde auf besonders kräftige, gleichmäßige Orangefärbung selektiert. Die Haltungsansprüche sind identisch.

Wie viele Orangeflossen-Panzerwelse sollte man halten?

Mindestens 6 Tiere. Darunter zeigen Panzerwelse Stressverhalten: Sie verstecken sich, fressen schlecht und bleiben blass. In einer Gruppe ab 8 Tieren entfaltet sich das natürliche Schwarmverhalten deutlich besser.

Welchen Bodengrund braucht der Orangeflossen-Panzerwels?

Feiner, gerundeter Sand wird empfohlen – er ermöglicht natürliches Wühlverhalten und ist hygienischer als Kies. Bartelschäden entstehen nicht durch den Bodengrund selbst, sondern durch schlechte Wasserqualität. Scharfkantiges Substrat sollte trotzdem vermieden werden, da es das Gründelverhalten hemmt.

Was frisst der Orangeflossen-Panzerwels?

Er ist Allesfresser: sinkende Tabletten und Pellets als Grundfutter, ergänzt durch Lebendfutter (Artemia, Tubifex, Mückenlarven) und Gefrierfutter. Er frisst nicht zuverlässig Futterreste anderer Fische – gezieltes Füttern ist nötig.

Kann man Orangeflossen-Panzerwelse mit Garnelen halten?

Ja, grundsätzlich schon. Amano-Garnelen und größere Zwerggarnelen sind in der Regel kein Problem. Sehr kleine Garnelen oder frisch geschlüpfte Jungtiere können gefressen werden – das ist kein Fehler des Fisches, sondern normales Verhalten.